Sehr geehrter Herr!
Im Besitze Ihrer geschätzten Zeilen von 21. ds. sende ich
Ihnen mit gleicher Post eingeschrieben das Manuskript Ihrer Kammer-
Sinfonie
zurück und überweise gleichzeitig Ihrem Konto an der
Dresdner Bank für die Fünf Orchesterstücke das vereinbarte Honorar
von M. 600. – Einliegenden Verlagsschein bitte ich unterschrieben
zurückzuschicken. –
Wenn ich Tantième-Verträge aus principiellen Gründen, da sie
meist zu Meinungsdifferenzen führen, nicht abschliesse, – so glaube
ich, mit dem Zusatz, dass das volle Honorar nochmals zu zahlen ist,
wenn das Stimmenmaterial innerhalb von 5 Jahren 15 mal bezogen ist,
Ihren Wünschen auch so entsprochen zu haben. –
Erwähnen möchte ich noch Folgendes: Nach meiner Erfahrung
ist es für spätere Katalogisierung und für leichtere Auffindbarkeit
von Wert, wenn die Werke mit Opuszahl bezeichnet sind;– daher dürfte
es sich empfehlen, dem Verlagsschein die Opuszahl zuzufügen, – auch
wäre es für die Programme und Lancierung vorteilhaft, falls Sie
ausser dem Untertitel: Fünf Orchesterstücke, einen zusammenfassen-
den Haupttitel geben könnten; eventuell etwas auf den Inhalt Bezüg-
liches; auch ein Benennen der einzelnen Stücke wäre zu befürworten. –
Auf die Publikation einer Bearbeitung für Klavier zu 8 Händen
müsste ich verzichten,– doch wäre mir eine solche für 2 Klaviere zu
4 Händen willkommen und würde ich solche gegen ein Honorar von
M. 200.– gerne erwerben.– Falls ich das Manuskript bis Ende Mai


in Händen hätte, könnte die Publikation der Bearbeitung gleich-
zeitig mit der des Orchester-Materials Anfang September erfolgen;–
sollten Sie für die Ausarbeitung eine Abschrift der Partitur nicht
in Händen haben, so steht Ihnen ein Korrektur-Abzug der Partitur
sobald der Stich beendet ist gerne zur Verfügung.–

Endlich wäre die Frage, welchen Orchester-Dirigenten man die
4 Gratis-Exemplare zur Verfügung stellt, noch reiflich zu überlegen;
man sollte solche wählen, die für Modernes Interesse und Verständnis
haben, aber tunlichst solche ausschliessen, deren Gesellschaften
Ihre Werke in jedem Fall aufführen und auch käuflich erwerben.–
Mit hochachtungsvollem Grusse
Ihr ergebener

C. F. Peters
Sehr geehrter Herr!
Im Besitze Ihrer geschätzten Zeilen von 21. ds. sende ich Ihnen mit gleicher Post eingeschrieben das Manuskript Ihrer Kammer- Sinfonie zurück und überweise gleichzeitig Ihrem Konto an der Dresdner Bank für die Fünf Orchesterstücke das vereinbarte Honorar von M. 600. – Einliegenden Verlagsschein bitte ich unterschrieben zurückzuschicken. –
Wenn ich Tantième-Verträge aus principiellen Gründen, da sie meist zu Meinungsdifferenzen führen, nicht abschliesse, – so glaube ich, mit dem Zusatz, dass das volle Honorar nochmals zu zahlen ist, wenn das Stimmenmaterial innerhalb von 5 Jahren 15 mal bezogen ist, Ihren Wünschen auch so entsprochen zu haben. –
Erwähnen möchte ich noch Folgendes: Nach meiner Erfahrung ist es für spätere Katalogisierung und für leichtere Auffindbarkeit von Wert, wenn die Werke mit Opuszahl bezeichnet sind;– daher dürfte es sich empfehlen, dem Verlagsschein die Opuszahl zuzufügen, – auch wäre es für die Programme und Lancierung vorteilhaft, falls Sie ausser dem Untertitel: Fünf Orchesterstücke, einen zusammenfassenden Haupttitel geben könnten; eventuell etwas auf den Inhalt Bezügliches; auch ein Benennen der einzelnen Stücke wäre zu befürworten. –
Auf die Publikation einer Bearbeitung für Klavier zu 8 Händen müsste ich verzichten,– doch wäre mir eine solche für 2 Klaviere zu 4 Händen willkommen und würde ich solche gegen ein Honorar von M. 200.– gerne erwerben.– Falls ich das Manuskript bis Ende Mai in Händen hätte, könnte die Publikation der Bearbeitung gleichzeitig mit der des Orchester-Materials Anfang September erfolgen;– sollten Sie für die Ausarbeitung eine Abschrift der Partitur nicht in Händen haben, so steht Ihnen ein Korrektur-Abzug der Partitur sobald der Stich beendet ist gerne zur Verfügung.–
Endlich wäre die Frage, welchen Orchester-Dirigenten man die 4 Gratis-Exemplare zur Verfügung stellt, noch reiflich zu überlegen; man sollte solche wählen, die für Modernes Interesse und Verständnis haben, aber tunlichst solche ausschliessen, deren Gesellschaften Ihre Werke in jedem Fall aufführen und auch käuflich erwerben.–
Mit hochachtungsvollem Grusse Ihr ergebener
C. F. Peters

22. Jänner 1912


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection


Brief

Zitierhinweis:

C. F. Peters an Arnold Schönberg, 22. Januar 1912, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit C. F. Peters. Hrsg. von Florian Giering. Version 1.0 vom 02.04.2025. URL: https://www.schoenberg-peters.at/cfp/letters/letter.14929.