6. Dezember 1934
Leipzig
Lieber Herr Hinrichsen,
Sie haben inzwischen sicherlich einen
Brief von mir bekommen, der meinen Dank enthält und
ein kleines Journal, einen Bericht über mein Ergehn
im abgelaufenen Jahr. Aber ich möchte Ihnen doch noch
speziell danken. Denn Ihre freundliche Gratulation
hat mich nicht nur an sich sehr gefreut, sondern sie
war auch die aller erste die ich bekam. Vielen
herzlichsten Dank nochmals.
Sie werden daraus diesem Journal auch
entnehmen, warum es schwierig ist, dass ich etwas für
die Aufführungen meiner Werke tue. Es war ja nie meine [F]
Force, diese mehr kom[m]erzielle Betätigung, leider sehr
zu meinem Schaden und ich wollte, ich könnte darin so
tüchtig sein, wie die meisten anderen Komponisten.
Nichtsdestoweniger aber möchte ich auch
heute etwas "Geschäftliches" besprechen. Sie erinnern
sich der "Volkslieder" und Chöre, welche ich vor einigen
Jahren bearbeitet habe und die dann in der Peters Edi-
tion
herausgegeben wurden. Und dass ich damals mich gewei-
gert habe, meine Autorrechte gänzlich abzutreten, mir aber
eine selbständige Herausgabe meiner eigenen Bearbeitun-
gen vorbehalten habe.
Ich möchte nun gerne im Einverständnis mit
Ihnen, resp. der Peters Edition diese Chöre und Lieder hier
verlegen, da dafür hier grosses Interesse vorhanden sein
soll und bitte Sie nun, mir freundlichst Ihr Einverständ-
nis hiezu mitzuteilen und mir je ein Exemplar (oder wenn
möglich zwei, wegen der englischen Uebersetzung) der sieben
publizierten Stücke zu senden.
Ich hoffe recht bald von Ihnen Nachricht
zu haben, umsomehr, als wir froh sind über jeden Contact
mit alten Freunden, den es uns gelingt aufrechtzu erhalten.
Mit den schönsten Wünschen für Weihnachten
und Neujahr und den herzlichsten Grüssen an Sie und
die Ihrigen, bin ich Ihr ergebenster
6. Dezember 1934
Lieber Herr Hinrichsen,
Sie haben inzwischen sicherlich einen Brief von mir bekommen, der meinen Dank enthält und ein kleines Journal, einen Bericht über mein Ergehn im abgelaufenen Jahr. Aber ich möchte Ihnen doch noch speziell danken. Denn Ihre freundliche Gratulation hat mich nicht nur an sich sehr gefreut, sondern sie war auch die aller erste die ich bekam. Vielen herzlichsten Dank nochmals.
Sie werdenaus diesem Journal auch entnehmen, warum es schwierig ist, dass ich etwas für die Aufführungen meiner Werke tue. Es war ja nie meine Force, diese mehr kommerzielle Betätigung, leider sehr zu meinem Schaden und ich wollte, ich könnte darin so tüchtig sein, wie die meisten anderen Komponisten.
Nichtsdestoweniger aber möchte ich auch heute etwas "Geschäftliches" besprechen. Sie erinnern sich der "Volkslieder" und Chöre, welche ich vor einigen Jahren bearbeitet habe und die dann in der Peters Edition herausgegeben wurden. Und dass ich damals mich geweigert habe, meine Autorrechte gänzlich abzutreten, mir aber eine selbständige Herausgabe meiner eigenen Bearbeitungen vorbehalten habe.
Ich möchte nun gerne im Einverständnis mit Ihnen, resp. der Peters Edition diese Chöre und Lieder hier verlegen, da dafür hier grosses Interesse vorhanden sein soll und bitte Sie nun, mir freundlichst Ihr Einverständnis hiezu mitzuteilen und mir je ein Exemplar (oder wenn möglich zwei, wegen der englischen Uebersetzung) der sieben publizierten Stücke zu senden.
Ich hoffe recht bald von Ihnen Nachricht zu haben, umsomehr, als wir froh sind über jeden Contact mit alten Freunden, den es uns gelingt aufrechtzu erhalten.
Mit den schönsten Wünschen für Weihnachten und Neujahr und den herzlichsten Grüssen an Sie und die Ihrigen, bin ich Ihr ergebenster

6. Dezember 1934


Sächsisches Staatsarchiv (Leipzig)
Leipzig
21070 C. F. Peters
Nr. 2052

Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an C. F. Peters, 6. Dezember 1934, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit C. F. Peters. Hrsg. von Florian Giering. Version 1.0 vom 02.04.2025. URL: https://www.schoenberg-peters.at/cfp/letters/letter.2528.