Sehr geehrter Herr Schönberg!
Von Ihrer Wahl-Liste
mache ich mir das Vergnügen Ihnen 8
Bände mit gleicher Post zu übersenden
und hoffe, daß Sie Ihnen gute Dienste
leisten werden. –
Was das Fragment aus Ihrem
Opus 16 Nr. 2 betrifft, so hatte ich
schon – bevor ich Ihnen schrieb, Herrn
Karg-Elert mein Bedenken gegen eine
solche partielle Bearbeitung geäußert,
doch war er der Ansicht, daß hier trotz-
dem etwas Geschlossenes geboten würde.
Da Herr Karg-Elert den lebhaften
Wunsch hatte, das Stück aufzunehmen
und ich andererseits glaubte, daß es
auch in Ihrem Interesse liege, wenn
in diesem durchweg modernen Album


Ihr Name vertreten sei, – so schrieb
ich Ihnen. Ich selbst bin hierbei
gleichsam unbeteiligt und wunschlos,
da es für mich als Verleger un-
wesentlich, ob die umfangreiche
Sammlung eine Nr. mehr oder weni-
ger enthält.– Legen Sie ein veto
ein, so bleibt die Nummer fort; –
zu einer Um-Arbeitung resp. Er-
gänzungs-Bearbeitung kann ich
mich, nachdem das ganze Manuskript
abgeschlossen ist, – nicht
verstehen.–
In der Annahme, daß es Sie
interessieren wird, die Art der Be-
arbeitung kennen zu lernen, sende
ich das Manuskript mit; da die
Aufnahme unterbleibt, ist eine Rück-
sendung nicht nötig.
Mit hochachtungsvollen Grüßen
Ihr sehr ergebener

Henri Hinrichsen
Sehr geehrter Herr Schönberg!
Von Ihrer Wahl-Liste mache ich mir das Vergnügen Ihnen 8 Bände mit gleicher Post zu übersenden und hoffe, daß Sie Ihnen gute Dienste leisten werden. –
Was das Fragment aus Ihrem Opus 16 Nr. 2 betrifft, so hatte ich schon – bevor ich Ihnen schrieb, Herrn Karg-Elert mein Bedenken gegen eine solche partielle Bearbeitung geäußert, doch war er der Ansicht, daß hier trotzdem etwas Geschlossenes geboten würde.
Da Herr Karg-Elert den lebhaften Wunsch hatte, das Stück aufzunehmen und ich andererseits glaubte, daß es auch in Ihrem Interesse liege, wenn in diesem durchweg modernen Album Ihr Name vertreten sei, – so schrieb ich Ihnen. Ich selbst bin hierbei gleichsam unbeteiligt und wunschlos, da es für mich als Verleger unwesentlich, ob die umfangreiche Sammlung eine Nr. mehr oder weniger enthält.– Legen Sie ein veto ein, so bleibt die Nummer fort; – zu einer Um-Arbeitung resp. Ergänzungs-Bearbeitung kann ich mich, nachdem das ganze Manuskript abgeschlossen ist, – nicht verstehen.–
In der Annahme, daß es Sie interessieren wird, die Art der Bearbeitung kennen zu lernen, sende ich das Manuskript mit; da die Aufnahme unterbleibt, ist eine Rücksendung nicht nötig.
Mit hochachtungsvollen Grüßen Ihr sehr ergebener

15. Jänner 1915


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection


Brief

Zitierhinweis:

C. F. Peters an Arnold Schönberg, 15. Januar 1915, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit C. F. Peters. Hrsg. von Florian Giering. Version 1.0 vom 02.04.2025. URL: https://www.schoenberg-peters.at/cfp/letters/letter.14925.