49
11. November, 1950
President
1209 Carnegie Hall
New York 19, N. Y.
Sehr geehrter Herr Hinrichsen:
Herr Schoenberg (ich schreibe, was er verlangt)
empfindet Ihren unbegründeten Abbruch der freundschaft-
lichen und geschäftlichen Beziehungen als eine Beleidi-
gung, wie er sie kaum in seinen frühesten Jugendtagen
einzustecken genötigt war. Er nimmt als sicher an,
dass in nicht zu ferner Zeit, wenn alles Geschichte,
dokumentarisch belegte Geschichte, sein wird, was ihm
angetan wird, das für Sie so schmerzlich sein werde,
wie es heute für ihn ist.
Er hat erfahren, dass ein Werk eines Amerikaners (der
er ist) in Amerika hergestellt und gedruckt sein muss,
wenn [...] copyright-Schutz behalten soll. Er rät
Ihnen das genau zu erforschen, da er den Schaden keines-
wegs zu tragen gesonnen ist.
[wegs]
Er möchte das Violinstück von drei Violinisten lesen
lassen, um es so fehlerlos als möglich zu machen. Kön-
Sie drei Kopien senden? Das Korrekturlesen
wird natürlicherweise etwa eine Woche dauern.
Opus 49B (recte 50A) ist als Beilage in dem schwedischen
Magazin, “Prisma“ abgedruckt gewesen. Man hat ihm un-
verlangt eine Anzahl Kopien dieses Abdrucks geschickt. –
Aber Peters Edition besteht doch zu 9/10 aus Werken
die schon vorher gedruckt wurden.
Herr Schoenberg wird Ihnen Photokopien einiger seiner
Verträge zur Ansicht schicken. Abgesehen davon, hat er
nicht mehr Geld von Ihnen verlangt, da er es augenblick-
lich nicht braucht, aber von Ihnen anständige Abrech-
nungen erwartet hat. Sollte Herr D. D. Runes Stimmung
gegen ihn gemacht haben, so wünscht er sie in Kenntnis

zu nehmen, dass er Herr Runes wieder aus der Musikgeschich-
te herausstreichen wird, in dem er selbst zu seiner Musik
eigeneseinen eigenen Text unterlegen wird.
Mit besten Empfehlungen,

Hochachtungsvoll Ihr,

Richard Hoffmann
49
11. November, 1950
President
1209 Carnegie Hall
New York 19, N. Y.
Sehr geehrter Herr Hinrichsen:
Herr Schoenberg (ich schreibe, was er verlangt) empfindet Ihren unbegründeten Abbruch der freundschaftlichen und geschäftlichen Beziehungen als eine Beleidigung, wie er sie kaum in seinen frühesten Jugendtagen einzustecken genötigt war. Er nimmt als sicher an, dass in nicht zu ferner Zeit, wenn alles Geschichte, dokumentarisch belegte Geschichte, sein wird, was ihm angetan wird, das für Sie so schmerzlich sein werde, wie es heute für ihn ist.
Er hat erfahren, dass ein Werk eines Amerikaners (der er ist) in Amerika hergestellt und gedruckt sein muss, wenn [...] copyright-Schutz behalten soll. Er rät
Ihnen das genau zu erforschen, da er den Schaden keineswegs zu tragen gesonnen ist. Er möchte das Violinstück von drei Violinisten lesen lassen, um es so fehlerlos als möglich zu machen. KönSie drei Kopien senden? Das Korrekturlesen wird natürlicherweise etwa eine Woche dauern.
Opus 49B (recte 50A) ist als Beilage in dem schwedischen Magazin, “Prisma“ abgedruckt gewesen. Man hat ihm un verlangt eine Anzahl Kopien dieses Abdrucks geschickt. – Aber Peters Edition besteht doch zu 9/10 aus Werken die schon vorher gedruckt wurden.
Herr Schoenberg wird Ihnen Photokopien einiger seiner Verträge zur Ansicht schicken. Abgesehen davon, hat er nicht mehr Geld von Ihnen verlangt, da er es augenblicklich nicht braucht, aber von Ihnen anständige Abrechnungen erwartet hat. Sollte Herr D. D. Runes Stimmung gegen ihn gemacht haben, so wünscht er sie in Kenntnis zu nehmen, dass er Herr Runes wieder aus der Musikgeschichte herausstreichen wird, in dem er selbst zu seiner Musik seinen eigenen Text unterlegen wird.
Mit besten Empfehlungen,

Hochachtungsvoll Ihr,

Richard Hoffmann

11. November 1950


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection


Brief, Durchschlag

Zitierhinweis:

Richard Hoffmann an C. F. Peters Corp., 11. November 1950, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit C. F. Peters. Hrsg. von Florian Giering. Version 1.0 vom 02.04.2025. URL: https://www.schoenberg-peters.at/cfp/letters/letter.5637.